Betrugsmasche im Umlauf

Ostbrandenburgs Kriminalpolizei warnt vor Anruferinnen oder Anrufern, die Kaution für angebliche Verkehrsdelikte verlangen.

Betrugsmasche im Umlauf

Bad Saarow. Am Montag, dem 22. Februar 2021 erhielt eine Rentnerin am Vormittag einen Anruf. Am Apparat war ein angeblicher Polizist, der sich mit „Polizei Eisenhüttenstadt“ vorstellte. Im folgenden Gespräch suggerierte er der Frau, dass ihr Sohn einen Verkehrsunfall verursacht habe und ins Gefängnis müsse, wenn nicht eine Kaution für ihn gezahlt würde. Dann übergab er das Telefon einem „Rechtsanwalt“, welcher das Gesagte noch unterstrich. So gelang es den Betrügern, ihre Gesprächspartnerin nicht nur zu überrumpeln, sondern tatsächlich zur Zahlung zu veranlassen. Der Frau wurde ein Passwort übermittelt und ein Treffpunkt zur Geldübergabe ausgemacht. Dort erschien dann ein korpulenter, etwa 50 Jahre alter Mann, der akzentfrei deutsch sprach. Ihm übergab sie die vereinbarte Summe. Später kamen ihr Zweifel, doch da war es bereits zu spät.

Neuzelle. Richtig reagierte eine Rentnerin aus Neuzelle, die am frühen Nachmittag von ihrem angeblichen Neffen angerufen wurde. Der Mann gab vor, gerade in Cottbus zu sein und dort einen Verkehrsunfall verursacht zu haben. Nun bräuchte er Geld, wenn ihm der Führerschein nicht abgenommen werden solle. Er forderte 15.000 Euro, die auch in Goldmünzen zahlbar seien. Trotz hartnäckigen Nachfragens ließ sich die „Tante“ auf nichts ein. Auch als der Anrufer immer mehr Druck aufbaute, bewahrte sie kühlen Kopf. Vielmehr rief sie kurzerhand ihren echten Neffen an und schon brach das lügnerische Kartenhaus zusammen. Zu einer Geldübergabe kam es hier nicht.

Eisenhüttenstadt. Am Nachmittag bekam eine Rentnerin aus Eisenhüttenstadt einen Anruf. Am Apparat war eine angebliche Polizistin, die sich nicht lange mit Vorreden aufhielt, sondern gleich erklärte, dass der Sohn der Frau einen Verkehrsunfall verursacht habe und nur die Zahlung einer Kaution ihn vor dem Gefängnis bewahren könne. Die Rentnerin erkannte den Betrugsversuch und meldete sich erst einmal bei der echten Polizei. Wie sich herausstellte, hatte es den Unfall nie gegeben.

„Lassen Sie sich nicht betrügen“, mahnt Kriminalhauptkommissar Stefan Möhwald von der Polizeidirektion Ost. „Die Polizei verlangt niemals Kaution und wird schon gar keine konspirative Geldübergabe mit Ihnen vornehmen. Bleiben Sie misstrauisch und hinterfragen Sie stets derartige Forderungen! Auch wenn die Anrufer Druck ausüben – bewahren Sie kühlen Kopf und wenden Sie sich erst einmal an Ihre tatsächlichen Verwandten und/oder direkt an die Polizei. Natürlich mag dies im Angesicht einer solch schockierenden Nachricht, wie sie die Betrüger ja überbringen, nicht einfach sein. Doch genau darauf spekulieren die Ganoven schließlich.“

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