Quote steigt rasant

Die Corona-Maßnahmen der Regierung treffen den Arbeitsmarkt in Ostbrandenburg hart.

Quote steigt rasant

Im April 2020 waren insgesamt 14.660 Menschen in der Stadt Frankfurt (Oder), im Landkreis Oder-Spree und in Märkisch-Oderland arbeitslos gemeldet. Das sind 1.152 mehr als im März und 1.193 mehr als im April vorigen Jahres. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,5 Prozent. Im März betrug sie noch 6,0 Prozent, genauso wie im April 2019. Seit Beginn der Corona-Krise im März haben über 3.500 Betriebe vorsorglich Kurzarbeit angezeigt. Wie viele Betriebe mit wie vielen Mitarbeitern tatsächlich kurzgearbeitet haben, lässt sich erst in den nächsten Wochen darstellen, wenn die Betriebe den Arbeitsausfall abgerechnet haben.

„Die Eindämmungsmaßnahmen haben Unternehmen und Arbeitsmarkt sehr hart getroffen“, berichtet Jochem Freyer, Chef der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder). „Die Auszahlung der Geldleistungen hat bei uns in der aktuellen Situation oberste Priorität. Durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit konnten Tausende von Arbeitsplätzen vorläufig gesichert werden. Mit einem enormen Kraftakt der Mitarbeiter in Schichtdiensten und Samstagsarbeit ist es gelungen, den Ansturm der letzten Wochen zu bewältigen. Bei der Bearbeitung der Anzeigen auf Kurzarbeit sind wir nun tagesaktuell. Die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes an die Betriebe schaffen wir innerhalb von zwei Wochen nach dem uns der vollständig ausgefüllte Antrag eingereicht wurde.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit resultiert etwa zur Hälfte aus Corona-bedingten Kündigungen und zur anderen Hälfte aus unterbliebenen Einstellungen. Der Anstieg ist deutlich niedriger als in Berlin. Der erleichterte Zugang in die Grundsicherung (Hartz IV) wurde nur verhalten in Anspruch genommen. Zahlreiche Unternehmen haben ihre Stellenangebote zurückgezogen. Andere wiederum haben Personalbedarf und stellen lieber heute als morgen ein. Gesucht sind unter anderem IT-Mitarbeiter, Fachkräfte im Lager- und Logistikbereich, in der Verwaltung und auch Bauberufe.

Mit einiger Sorge blicke ich auf das kommende Ausbildungsjahr. Nach der Krise werden Fachkräfte wieder Mangelware sein. Aktuell sind noch über 1.100 freie Ausbildungsplätze bei uns gemeldet. Wir bitten Arbeitgeber dringend, sich an uns zu wenden, wenn sie ihre Absicht ändern. Junge Menschen laden wir über Socialmedia-Kanäle zum Chatten mit Berufsberaterinnen und Berufsberatern ein. Und auch telefonisch können wir Ausbildungsplätze vorschlagen, bei der Studienwahl helfen, Tipps für die Bewerbung geben oder Alternativen besprechen. Spätestens wenn der Prüfungsstress vorbei ist, sollten alle Schülerinnen und Schüler im letzten Schuljahr Kontakt zu uns aufnehmen.“

Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland teilt mit: „In dieser schwierigen Zeit sind wir weiter für die Menschen in Märkisch-Oderland da. Telefonisch und online arbeiten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit großem persönlichen Einsatz daran, schnell zu helfen. Seit Beginn der Corona-Krise haben wir für etliche Menschen, darunter 145 Kurzarbeitende und 129 Solo-Selbstständige, Grundsicherung bewilligt. Wenn uns ein vollständig ausgefüllter Antrag mit den erforderlichen Nachweisen vorliegt, können wir innerhalb kurzer Zeit bewilligen.“

„In Frankfurt (Oder) haben wir für 64 Kurzarbeitende und 30 Solo-Selbstständige seit Beginn der Corona-Krise Grundsicherung bewilligt“, sagt Frank Mahlkow, Geschäftsführer des Frankfurt Jobcenters. „Die Voraussetzungen hat der Gesetzgeber für die Dauer der Krise deutlich vereinfacht. Wichtig ist, dass uns der Antrag vollständig ausgefüllt und mit den erforderlichen Nachweisen zugeschickt wird. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten dazu gern telefonisch. Im Internet sind zudem Ausfüllhilfen und Erklärvideos zu finden, die durch den Antrag führen.“

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