Frankfurt sperrt Wald und Wiesen

Wegen neuer Fälle der Schweinepest verbietet Oberbürgermeister René Wilke ab 6. August 2021 das Betreten jeglicher Wälder, Felder oder Wiesen im Stadtgebiet.

Frankfurt sperrt Wald und Wiesen

Das Friedrich-Löffler-Institut bestätigt bisher 187 Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Frankfurt (Oder). 43 dieser Fälle waren im Kerngebiet Kliestow zu verzeichnen, 129 im Kerngebiet Lossow und Güldendorf und 15 im gefährdeten Gebiet Nuhnen. Die infizierten Wildschweine wurden bei der Erntejagd getötet oder tot gefunden.

Aufgrund aktueller Ausbrüche beschloss Brandenburgs Landeskrisenzentrum des Gesundheitsministeriums, die bestehenden Kerngebiete zu verschmelzen und bis nach Märkisch-Oderland und Oder-Spree auszudehnen. Damit ist die gesamte kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder) nun als Kerngebiet definiert.

Vor diesem Hintergrund erließ Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke (Die Linke) eine neue „Tierseuchenallgemeinverfügung“, die am Freitag, dem 6. August 2021 in Kraft trat. Sie verbietet das Betreten der Wälder und offenen Landschaft im ganzen Stadtgebiet. Dieses Verbot schließt das Führen und Reiten von Pferden ein. Als „Offene Landschaft“ gelten Felder, Wiesen, Ackerflächen und alle anderen unbebauten Bereiche außerhalb geschlossener Ortslagen.

Auch das Betreten des Stadtwaldes verbietet der Oberbürgermeister. Ausnahmen von diesem Verbot erteilt das Veterinäramt nur in begründeten Einzelfällen auf schriftlichen Antrag. Land- und Forstwirte dürfen ihre Flächen ausschließlich nach amtlich begleiteter Absuche der Flächen und Meldung an das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt nutzen. Der Besuch von Parks und Wiesen in der Stadt bleibt vorerst erlaubt, da diese Flächen „umbaut“ sind.

„Die verstärkte Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in unserer Stadt bedeutet eine weitere Krise in diesem an Krisen nicht armen Jahr 2021“, teilt Oberbürgermeister René Wilke mit. „Die damit verbundenen Einschränkungen treffen uns schwer. Die Stadtverwaltung setzt sich dafür ein, die Beschränkungen möglichst erträglich zu gestalten. Aber richtig und wichtig ist auch, dass wir Frankfurterinnen und Frankfurter gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der benachbarten Landkreise derzeit in der Verantwortung stehen, die Verbreitung der ASP in Deutschland aufzuhalten. Wenn wir dies durch gemeinsame Einhaltung der Regelungen erreichen und die ASP-Funde in unserer Stadt rückläufig werden, bin ich überzeugt, dass eine Lockerung der Regelungen zügig erfolgen kann.“

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