Tiertransport in die Ukraine verboten

Trotz internationaler Sanktionen erlaubt die Landesregierung nach wie vor Viehtransporte nach Russland, aber nicht in die Ukraine.

Tiertransport in die Ukraine verboten

Brandenburgs Verbraucherschutzministerium untersagt ab sofort den Transport von Tieren wie Rindern, Schafen oder Schweinen aus dem Bundesland nach und durch Russland, Weißrussland und die Ukraine. Ein entsprechendes Dekret schickte das Ministerium an die Landkreise, um die Abfertigung dieser Transporte zu unterbinden. Für die russische Enklave Kaliningrad, das frühere Königsberg, gilt das Verbot nicht.

„Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und die damit einhergehende unübersichtliche Lage können wir weder für die Sicherheit der Transporteure noch für die der Tiere garantieren, auch wenn die Transporte möglicherweise nicht direkt durch Kriegsgebiet verlaufen“, begründet Staatssekretärin Anna Heyer-Stuffer (Grüne) die Entscheidung. „Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, Transporte aus Brandenburg nach Russland, Belarus und in die Ukraine bis auf weiteres auszusetzen.“

Warum es für Kaliningrad eine Ausnahme macht, wodurch der russische Aggressor als einzige Kriegspartei weiterhin beliefert wird, erwähnt das Ministerium nicht. Vorige Woche blockierten Demonstrantinnen und Demonstranten aus mehreren Ländern die Autobahn bei Frankfurt (Oder). Sie protestierten damit gegen die unzähligen Lastwagen, die täglich zwischen Deutschland und Russland verkehren, und forderten ein Ende des Handels mit Putin.

Russland ist der größte Abnehmer von Vieh aus Brandenburg, hauptsächlich von Rindern, Wild und Bruteiern. Von Januar bis September 2021 gingen 79 Prozent der Rindertransporte aus Brandenburg nach Russland und 2,5 Prozent nach Weißrussland. Viehlieferungen aus Brandenburg in die Ukraine gibt es schon seit 2019 nicht mehr.

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