Frankfurts Boxjugend erfolgreich

Der 26. internationale Brandenburg-Cup im Boxen ist beendet.

Frankfurts Boxjugend erfolgreich

Vom 2. bis 5. März 2021 kämpften deutsche U19-Kader mit Partnern aus Polen, Österreich und Moldawien um die Nominierung zur U19-Weltmeisterschaft. Der Bundesstützpunkt Boxen in Frankfurt (Oder) konnte dabei mehrfach glänzen.

Erstmals fand der traditionelle internationale Brandenburg-Cup der U19 im Boxen nicht in Frankfurt (Oder) statt. Eigens für diesen Wettbewerb wurde das Jugendbildungszentrum Blossin freigehalten. Alle Athletinnen, Athleten, Trainer und Funktionäre wurden bei Ankunft auf das Coronavirus getestet. Zudem gab es ein strenges Hygienekonzept, um die Turnierdurchführung zu keinem Zeitpunkt zu gefährden.

So konnten in vier Tagen insgesamt 68 Kämpfe durchgeführt werden. Da die einzelnen Gewichtsklassen unterschiedlich stark besetzt waren, erarbeitete der Sportwart des Deutschen Boxsport-Verbands, Detlef Jentsch aus Cottbus, ein besonderes Wettkampfsystem. So konnte er gewährleisten, dass jede Sportlerin und jeder Sportler mehrere Kämpfe bestritt. Nach der langen Wettkampfpause begrüßten das alle Trainer und Funktionäre, und nicht zuletzt die Sportlerinnen und Sportler.

Fünf Athletinnen und sieben Athleten vertraten den Frankfurter Box-Bundesstützpunkt bei dem Turnier. In mehreren Kämpfen wurden sie teils stark gefordert. Insbesondere die polnische Mannschaft erwies sich als ernstzunehmende Konkurrenz. „Vor allem die kämpferische Einstellung und die enormen Mobilisationsfähigkeiten machten die polnischen Gegner zu einer wichtigen Standortbestimmung im Hinblick auf die bevorstehenden Weltmeisterschaften“, urteilt Stützpunktleiter Stefan Köber, der alle Kämpfe am Ring mitverfolgte.

Doch auch die deutsch-deutschen Duelle hatten es in sich. Nachdem sich gegen die internationale Konkurrenz durchgesetzt wurde, war der direkte Vergleich am Ende ausschlaggebend. Hier hatten sich Juliana Kebschull (48 Kilogramm), Oskar Sobieszscyk (56 Kilogramm), Felicitas Ganglbauer (64 Kilogramm) und Nikita Putilov (+91 Kilogramm) gegen die deutschen Widersacher durchzusetzen. Mit Erfolg.

Trainer René Benirschkes weibliche Schützlinge Juliana Kebschull und Felicitas Ganglbauer hatten jeweils die Nase vorn und lösten ihr Ticket für die Weltmeisterschaft. Ganglbauer wies dabei ihre Kontrahentin Jenin Heck (Nordrhein-Westfahlen) in die Schranken. Zwei Wochen zuvor in Köln war der Kampf noch enger. „Felicitas konnte eine enorme Leistungssteigerung nachweisen. Disziplin und Durchgängigkeit ließen sie ihr boxerisches Vermögen voll ausschöpfen“, lobt Trainer Benirschke seine Sportlerin. Juliana Kebschull besiegte Jessica Vollmann, ihre deutsche Kontrahentin. Die schlagstarke Münchnerin Ana Budimir-Bekan (54 Kilogramm) empfahl sich aufgrund der gezeigten Leistungen gegen die polnische Gegnerschaft für die Weltmeisterschaft.

Ein Krimi spielte sich im Bantamgewicht männlich ab. Dort setzte sich Oskar Sobieszscyk gegen den boxerisch starken Malik Shadalov aus Berlin durch. Trainer David Hoppstock schätzt den Kampf wie folgt ein: „Oskar hat die vorgegebene Linie konsequent eingehalten, setzte immer wieder die klaren Treffer und konnte auch in der Schlussrunde noch wichtige Akzente setzen.“ In Köln unterlag Sobieszscyk dem Berliner Konterboxer noch hauchdünn.

Superschwergewichtler Nikita Putilov ließ an seiner Weltmeisterschaftsteilnahme keinen Zweifel aufkommen. Der Ausnahmeathlet aus Leipzig boxte überlegen gegen Amin Ouchaou aus Baden-Württemberg, so dass der Ringrichter den ungleich gewordenen Kampf in der dritten Runde abbrach. Die Ecke des polnischen Gegners zwang der Leipziger in der ersten Runde zur Aufgabe. Zusätzlich zu Sobieszscyk und Putilov setzte sich Schwergewichtler Michel Dobler durch und ergänzt voraussichtlich das deutsche Aufgebot für die Weltmeisterschaft.

Wichtige Erfahrungen sammelten die jungen Jahrgänge Fenja Sturzenbecher (2004, 60 Kilogramm) und Björn Fischer (2003, 60 Kilogramm) beim 26. Brandenburg-Cup. Trotz Niederlagen wiesen beide ihr Potenzial für kommende Aufgaben nach. Sturzenbecher musste sich zweimal ihren Gegnerinnen aus Deutschland und Polen mit 3:2 Punkten geschlagen geben. Der Neue aus Potsdam, Laurens Hagen (91 Kilogramm) bewies ebenfalls Potenzial. Das ehemalige Mitglied des Potsdamer Ruderstützpunkts, das erst seit zwei Jahren boxt, entwickelt sich kontinuierlich weiter. Auch Nikita Uljanow (64 Kilogramm) zeigte von Kampf zu Kampf eine Leistungssteigerung.

Routinierin Maxi Klötzer (U22, 51 Kilogramm) nutzte den Brandenburg-Cup zur letzten Vorbereitung auf den bevorstehenden Cologne Boxing Worldcup der Elite ab 10. März 2021 in Köln. Ebenso Oleg Fertich (U22, +91 Kilogramm), der in Köln einen Ausscheid für die Europameisterschaften der U22 im Mai boxt.

Ergebnisse des 26. Brandenburg-Cup aus Frankfurter Sicht:

Platz 1: Maxi Klötzer (51 Kilogramm), Felicitas Ganglbauer (64 Kilogramm), Oskar Sobieszscyk (56 Kilogramm), Nikita Putilov (+91 Kilogramm)

Platz 2: Juliana Kebschull (48 Kilogramm), Ana Budimir-Bekan (54 Kilogramm), Michel Dobler (91 Kilogramm)

Platz 3: Laurens Hagen (91 Kilogramm), Oleg Fertich (+91 Kilogramm)

Nominierung für die U19 Weltmeisterschaft vom 10. bis 24. April 2021 in Kielce (Vorschlag der Nominierungskommission unter Leitung von Bundesnachwuchstrainer Andreas Schulze):

Juliana Kebschull (48 Kilogramm), Ana Budimir-Bekan (54 Kilogramm), Felicitas Ganglbauer (64 Kilogramm), Oskar Sobieszscyk (56 Kilogramm), Michel Dobler (91 Kilogramm), Nikita Putilov (+91 Kilogramm)

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