Ambulante Pflege „nicht kostendeckend“

Die Stadt bestätigt, dass drei Pflegerinnen ihrer Gemeinnützigen Pflege- und Betreuungsgesellschaft die Jobs verlieren.

Ambulante Pflege „nicht kostendeckend“

Am Dienstag, dem 14. Juli 2020 stellte Oderland.news der Frankfurter Stadtverwaltung einige Fragen über die Abschaffung der städtischen ambulanten Pflege, über die in derselben Woche berichtet wurde:

Heute, am 20. Juli 2020 kamen folgende Antworten von der Pressestelle der Stadt:

Auf wessen Beschluss wird die ambulante Pflege dicht gemacht?

„Im Rahmen ihrer Tätigkeit ist die Geschäftsführung der gemeinnützigen Pflege- und Betreuungsgesellschaft mbH aufgerufen, fortwährend den Umfang der angebotenen Leistungen mit dem tatsächlichen Bedarf zu vergleichen. Im Vordergrund aller Überlegungen steht dabei immer die Versorgung pflegebedürftiger Menschen in Frankfurt (Oder).“

„Den größtmöglichen Nutzen für die hilfsbedürftigen Frankfurterinnen und Frankfurter kann nur ein wirtschaftlich gesundes, stabiles Unternehmen erbringen. Gleichwenn die Gesellschaft bereits in einzelnen Bereichen ohne strenge Beachtung der wirtschaftlichen Notwendigkeiten tätig ist – nicht zuletzt ist sie zu diesem Zweck eine gemeinnützige Gesellschaft – so kann sie dennoch nicht dauerhaft Sparten betreiben, die nicht kostendeckend wirtschaften. Dies würde der Sicherheit des gesamten Unternehmens, mithin der zu pflegenden Personen bedeuten sowie dem sozialen Pflegeauftrag zuwiderlaufen.“

„Die Geschäftsführung hat deshalb, dem Auftrag des Aufsichtsrates der Gesellschaft aus dem vorherigen Jahr folgend, alle Unternehmensleistungen überprüft. In der Folge wurde dem Gremium ein Vorschlag zur Schließung der ambulanten Pflege unterbreitet. Der Aufsichtsrat hat in seiner letzten Sitzung über diesen Vorschlag befunden, ihm zugestimmt und ihn der Gesellschafterin zur Genehmigung empfohlen. Die Gesellschafterin hat den Beschluss am 8. Juli 2020 gefasst. Der Gesellschafterbeschluss wurde dabei jedoch nicht mit einem konkreten Schließungsdatum gefasst.“

Wie viele Mitarbeiter wurden gekündigt?

„Einer Mitarbeiterin wurde gekündigt. Die befristeten Arbeitsverträge von zwei weiteren Mitarbeiterinnen wurden nicht verlängert. Die Gesellschaft ist bemüht, alle Mitarbeitenden in neue Arbeitsverhältnisse zu begleiten oder sie, wo sich Bedarf auftut, an anderen Stellen im eigenen Unternehmen zu beschäftigen. Im Ambulanten Pflegedienst waren zwölf Mitarbeitende angestellt, davon waren sieben unbefristet und fünf befristet beschäftigt.“

Stimmt es, dass Patienten sich nicht aussuchen dürfen, welcher Pflegedienst sie zukünftig betreut?

„Diese Aussage trifft nicht zu. Jeder Klientin/jedem Klienten der ambulanten Pflege steht die Wahl des zukünftigen Pflegedienstes vollkommen frei. Der gemeinnützigen Pflege- und Betreuungsgesellschaft mbH ist jedoch an einer für alle Klientinnen/Klienten möglichst angenehmen und aufwandsarmen Überleitung gelegen. Daher hilft sie gern bei der Suche eines neuen Pflegedienstes, den individuellen Präferenzen folgend. Selbstverständlich ist die Organisation der Anschlussbetreuung durch Angehörige oder durch die Klientinnen/Klienten selbst jederzeit möglich.“

Warum geschah das Ganze so plötzlich und ohne Vorwarnung?

„Im Interesse der Gepflegten schlug die Geschäftsführung vor, sich bei der Umsetzung des Beschlusses an dem 31. Juli 2020 zu orientieren, um Verunsicherung durch eventuell unklare Verhältnisse für längere Zeit zu vermeiden. Der Stadt Frankfurt (Oder) war es zu jeder Zeit oberstes Ziel, dass alle betreuten Personen umfänglich sowie uneingeschränkt betreut werden. Durch die Reduktion des Pflegeangebotes in der gemeinnützigen Pflege- und Betreuungsgesellschaft mbH darf es nicht zu spürbaren Einschränkungen für die Klientinnen/Klienten kommen. Daher wurde der Gesellschafterbeschluss bewusst ohne ein Schließungsdatum gefasst. Die Geschäftsführung hat sich diesem Ziel verschrieben und bestätigt, dass sie die Betreuung aller Gepflegten sicherstellen wird bis adäquater Ersatz gefunden ist.“

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