Demonstration am Frauentag

Zeichen setzen gegen alles, was Frauen benachteiligt

Demonstration am Frauentag

Frankfurt (Oder). Am Sonntag, dem 8. März 2020 gingen in Frankfurt (Oder) dutzende Frauen vom Studien- bis zum Rentenalter, aber auch Männer für den Feminismus auf die Straße. Die Studentinnenverbindung Via Sorority hatte zu der Demonstration aufgerufen, und bei einer Party am Vorabend Plakate entworfen. „Die Idee ist einfach, dass wir uns solidarisch zeigen gegenüber Frauen“, so die Organisatorinnen, „Zeichen setzen gegen alles, was Frauen benachteiligt.“ Beim Aufschreiben der Sexismen, die sie schon erlebt hatten, füllten sich zwei komplette Wände. Einige Beispiele erzählten Betroffene am Anfang der Demonstration vor dem Bahnhof, bei Zwischenstopps in der Innenstadt und der Abschlusskundgebung an der Oderbrücke. Die Liste reichte von Klischees, dass Mädchen schlecht in Mathe seien oder Frauen nicht Auto fahren könnten, über sexistische Witze, schlechtere Bezahlung bei gleicher Qualifikation, bis zu verbaler und körperlicher Belästigung am Arbeitsplatz und sexueller Gewalt. Das Recht, über den eigenen Körper zu bestimmen, kam ebenfalls zur Sprache. „Ich bin keine kindergebärende Maschine. Ich schulde es niemandem, Kinder in die Welt zu setzen“, sagte eine Demonstrantin. Jede Frau müsse selbst entscheiden können, ob und wann sie Mutter wird.

Der Protestmarsch musste laut Auflage der Polizei auf dem Bürgersteig statt auf der Straße stattfinden. Laut Recherchen von oderland.news der erste seiner Art in Frankfurt (Oder), sorgte er für Aufsehen unter Alteingesessenen und Eingewanderten. Manche schlossen sich spontan an. „Ihr habt jetzt dreißig Minuten und zwei Kilometer für den Feminismus investiert“, verkündete ein Sorority-Mitglied bei der Ankunft auf der Stadtbrücke. Ziel der Bewegung sei, dass Mädchen und Frauen keine Angst mehr haben müssen, in der Familie oder im Beruf ihre Meinung zu sagen, Tampons zu kaufen, oder abends allein nach Hause zu gehen.

Die Leute von Via Sorority treffen sich jeden zweiten Dienstag des Monats um 18 Uhr zum offenen Stammtisch im „verbuendungshaus fforst“ in der Forststraße. Dort beraten sie Frauen, tauschen sich aus, klären auf und bieten Selbstverteidigungskurse an. Das Motto der Verbindung lautet: „Wir für einen feministischen Normalzustand“.

Fr

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