„Eine Welt ohne Atomwaffen“

Am Donnerstag, dem 6. August 2020 jährte sich der Atombombenabwurf auf Hiroshima zum 75. Mal.

„Eine Welt ohne Atomwaffen“

Aus diesem Anlass lud das Friedensnetz Frankfurt (Oder) zu einer Gedenkveranstaltung in der Marienkirche ein. Gedacht wurde der über 200.000 Menschen, die in Hiroshima und Nagasaki durch Atombomben mit den Codenamen „Little Boy“ und „Fat Man“ während des Zweiten Weltkriegs ums Leben kamen.

In Redebeiträgen und einem computeranimierten Kurzfilm brachten die Veranstalter den über 50 Anwesenden die Gefahren von Kernwaffen und -Kraftwerken nahe. Eine Ausstellung des Antikriegsmuseums der evangelischen Kirche namens „Erinnerung an die Zukunft“ zeigte Fotos von den Auswirkungen der Atombomben. Die Schriftstellerin Carmen Winter las Geschichten vor und der Musiker Thomas Strauch sang und spielte Lieder, die zum Thema passten.

Mit einem anschließenden „Friedensweg“ zur Friedensglocke erinnerten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die Opfer und verliehen ihrer Forderung nach Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags der Vereinten Nationen durch Deutschland Nachdruck. Nach weiteren Liedern und einem Gebet läutete die Friedensglocke.

Noch heute sterben Menschen an den Folgen der beiden Atombomben. „Die Opfer mahnen uns, für eine Welt ohne Atomwaffen einzutreten“, sagt Reinhard Schülzke vom Friedensnetz. „Von den circa 15.000 Atomwaffen weltweit sind 1.800 ständig einsatzbereit. Im Atomwaffenlager Büchel in der Eifel lagern bis zu 20 US-Atombomben, die nicht abgerüstet, sondern durch neue Atomwaffen vom Typ B61 ersetzt werden sollen.“

Laut einer Umfrage des Marktforschungskonzerns Kantar im Auftrag von Greenpeace befürworten 92 Prozent der 1.008 befragten Deutschen die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags, der Herstellung, Test, Erwerb, Stationierung und Einsatz von Kernwaffen verbietet.

Bereits am Nachmittag des Hiroshimatags hielt das Friedensnetz eine Mahnwache auf dem Brunnenplatz, um für aktives Mitgestalten einer Welt des Friedens und nuklearer Abrüstung zu werben. „Es gilt Druck auf die politischen Entscheidungsträger auszuüben, endlich den Willen des Volkes in die Tat umzusetzen“, erklärt Reinhard Schülzke.

„Der heutige Jahrestag sollte kein Tag der Bekenntnisse sein, sondern ein Weckruf für die Bundesregierung, endlich selbst zu handeln“, teilte der Frankfurter Stadtverordnete Jan Augustyniak (Die Linke) nach der Veranstaltung mit. „Notwendig sind endlich konkrete Abrüstungsschritte wie der Ausstieg aus der Nuklearen Teilhabe der NATO und die Unterzeichnung des UN-Vertrags zum Verbot von Atomwaffen durch die Bundesregierung. Wir haben eine kollektive Verantwortung, uns gegen alle Massenvernichtungswaffen einzusetzen.“

Am Sonntag, dem 9. August 2020 findet um 10 Uhr eine weitere Gedenkfeier bei der Friedenglocke statt. An jenem Tag jährt sich der Atombombenabwurf auf Nagasaki. Organisiert wird diese Veranstaltung von Jacqueline Eckardt, städtische Kinderbeauftragte und Initiatorin des Projekts „Frankfurt macht Frieden“. Eckardt will damit an das japanische Mädchen Sadako Sasaki erinnern, das im Alter von zwölf Jahren an Spätfolgen der Hiroshimabombe starb. Geplant sind Grußworte, Läuten der Friedensglocke und eine Schweigeminute.

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