Toter Roter Milan

Wer den Greifvogel bei Mixdorf vergiftete, gefährdete auch Menschenleben.

Toter Roter Milan

Mixdorf. Ein Laborbefund bestätigt, dass ein im Landkreis Oder-Spree tot aufgefundener Rotmilan durch das Fressen von Giftködern verendete. Diese Woche erstattete die Kreisverwaltung Strafanzeige. Der Vogel wurde in Rückenlage mit aus dem Schnabel herausragenden Nahrungsresten gefunden. Das führte zum ersten Verdacht auf eine Vergiftung.

Anfang April wurde die Leiche des Greifvogels bei Mixdorf entdeckt. Die Finder bargen den Vogel und informierten die staatliche Vogelschutzwarte. Darauf folgende Untersuchungen bestätigten den Verdacht. Der Inhalt des Kropfes legt nahe, dass gezielt präparierte Giftköder ausgelegt wurden. Dabei wurde ein Gift verwendet, das in der Europäischen Union nicht zugelassen und bereits bei Hautkontakt auch für Menschen gefährlich ist. Die Kreisverwaltung warnt deshalb vor dem Berühren verdächtiger Fleischstücke und bittet um Meldung entsprechender Beobachtungen an das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt unter 03366-35 19 01, veterinaeramt@l-os.de oder die Naturschutzbehörde unter 03366-35 16 71 oder umweltamt@l-os.de.

Unbekannt bleibt bisher, ob der Rote Milan oder Greifvögel allgemein das Ziel waren, oder der Vogel nur zufälliges Opfer eines Versuchs wurde, Hunde, Katzen, Marder, Füchse oder Wölfe zu vergiften. Jedenfalls nahmen der oder die Täter eine erhebliche Gefährdung aller Tiere und Menschen in Kauf, die mit den Giftködern in Kontakt kommen könnten.

„Bereits die Beschaffung des Giftes und nicht weniger die für Wildtiere zugängliche Platzierung der Giftköder setzt eine beachtliche kriminelle Energie voraus“, findet die Kreisverwaltung. Sie erstattete daher Anzeige wegen Verstoßes gegen das Chemikaliengesetz, das Tierschutzgesetz, wegen der vorsätzlichen Tötung wildlebender Tiere streng geschützter Arten und Wilderei gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft.

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