Lüftungsinsel und Steganlage gesperrt

Nach einer Überprüfung der Badestelle am Kleinen Stienitzsee in Hennickendorf auf Risiken, sperrt die Gemeinde Rüdersdorf den Badesteg und die Lüftungsinsel.

Lüftungsinsel und Steganlage gesperrt

Wie die Gemeinde Rüdersdorf informiert, muss die Steganlage an der Badestelle vom Kleinen Stienitzsee im Ortsteil Hennickendorf bis auf weiteres gesperrt werden. Gleiches gilt auch für die Lüftungsinsel, die von Badegästen ebenfalls nicht mehr betreten werden darf. Nachdem sich im vergangenen Jahr ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des brandenburgischen Landtages mit Haftungsfragen von Kommunen an öffentlichen Badestellen befasste, wurde auch die öffentliche Badestelle am Kleinen Stienitzsee in der Seestraße auf Riskien geprüft. Aufgrund der sogenannten bädertypischen Attraktionen (Steg und Lüftungsinsel) müsste demnach die Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin eine regelmäßige Badeaufsicht stellen. Dieses sei, so Pressesprecher Alexander Reetz, jedoch weder personell noch organisatorisch leistbar.

Rechtsprechnung sieht verstärkt die Kommunen in der Haftung

Die Rechtsprechung habe sich in den vergangen Jahren bei dieser Frage insgesamt zu Ungunsten der Kommunen verschoben und nimmt diese bei Unfällen immer stärker in die Haftung. Neben der Problematik mit der Badeaufsicht, gibt es aber bauliche Gründe. So habe der Steg kein ausreichende Wassertiefe und ist an der tiefsten Stelle gerade einmal 1,30 Meter tief, wodurch beim Hereinspringen eine erhebliches Verletzungsrisiko besteht. Generell seien die vorhandenen Anlagen in ihrer jetzigen Form nicht verkehrssicher. Und so müssen sowohl die Lüftungsinsel als auch der Steg baulich und durch Ausweisung mit Schildern gesperrt werden.

Eine Nachfrage beim Kommunalen Schadensausgleich, dem Versicherer der Kommunen, sowie ein Vor-Ort-Termin mit einem Gutachter der Deutschen Gesellschaft für Badewesen GmbH machten diesen Schritt notwendig. Insbesondere für den Steg soll nun schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden. Er soll nicht mehr zum Springen genutzt werden, gleichwohl aber betretbar sein, um über eine Leiter ins Wasser zu steigen. „Grundsätzlich scheint dieses Problem viele Kommunen zu betreffen und es besteht eine große Unsicherheit bei den Verantwortlichen.“ so Alexander Reetz von der Gemeindeverwaltung.

Hierzu erklärt Bürgermeisterin Sabine Löser: „Es ist schon schwer vermittelbar, warum ein Steg, der seit Jahrzehnten genutzt wurde, nun nicht mehr genutzt werden darf bzw. einer Badeaufsicht bedarf. Gleichzeitig müssen wir, nachdem wir auf die Haftung sowie die Sicherungspflicht hingewiesen wurden, umgehend handeln. Ich sehe an dieser Stelle Gesetzgeber in der Pflicht, hier lebensnahe Regelungen zu schaffen. Die jetzige Situation ist insbesondere in so einem seenreichen Land wie Brandenburg nicht vertretbar.“

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