Mit Elektrozaun und Spürhunden

Der Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest im Landkreis Oder-Spree geht weiter.

Mit Elektrozaun und Spürhunden

Nachdem die für Menschen und andere Tiere ungefährliche, für Wild- und Hausschweine meist tödliche Krankheit bei Schwarzwild im Landkreis Oder-Spree festgestellt wurde, ließ die Kreisverwaltung das Kerngebiet rund um das Dorf Kummro in der Amtsgemeinde Neuzelle einzäunen. Ähnliche elektrifizierte Zäune gibt es bereits entlang des Oderufers. Diese niedrigen Grenzzäune verhinderten allerdings nicht die Einschleppung der Krankheit.

Der Umfang des Kerngebiets beträgt inzwischen 58 Kilometer. Mehr als 36 Kilometer des Elektrozauns wurden in den vergangenen drei Tagen neu errichtet. Auch die Stromversorgung des Zauns steht zum größten Teil. Die noch fehlenden Geräte werden am heutigen Montag, dem 21. September 2020 beschafft und angeschlossen. „Das ist eine immense Leistung aller Beteiligten, die den Respekt aller verdient“, sagt Petra Senger, Amtstierärztin des Landkreises Oder-Spree.

Verkehrswege bleiben offen. An den Zufahrten wird mit Vergrämungsmitteln gearbeitet. Dem Chef des Landesbauernverbands Brandenburg Henrik Wendorff reicht das nicht: „Was wir jetzt brauchen, ist eine feste Zaunanlage sowohl um die Kernzone herum als auch an der deutsch-polnischen Grenze. Wir müssen auf jeden Fall verhindern, dass sich die ASP weiter ausbreitet. Die Kernzone muss deshalb komplett abgeriegelt werden.“

Diese Kernzone umfasst in Oder-Spree die Gemarkungen Coschen, Steinsdorf, Breslack, Ratzdorf, Wellmitz, Streichwitz, Bomsdorf, Schwerzko, Neuzelle, Teile der Gemarkungen Eisenhüttenstadt und Lawitz, Möbiskruge, Kobbeln, Treppeln, Bahro, Ossendorf und Göhlen. Fahrzeugverkehr in und aus dem Kerngebiet ist nur vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises benannten Personen gestattet. Das gilt auch für den Oder-Neiße-Radweg. Anwohner und Anlieger sind von dieser Regelung ausgenommen.

Nach der Fertigstellung des mobilen Zauns wird die Suche nach toten Wildschweinen auf das gefährdete Gebiet außerhalb des Zauns ausgedehnt. Zum Einsatz kommen dabei Suchtrupps am Boden, Drohnen und erstmals vier speziell ausgebildete Kadaversuchhunde. „Wir sind sehr froh über diese Unterstützung aus Rheinland-Pfalz“, so die Amtstierärztin. „Gerade im Dickicht von Waldgebieten sind die Hunde sehr effiziente Helfer. Dort allein mit Menschenketten zu suchen, ist äußerst schwierig.“

Die Hunde sind darauf trainiert, in freier Suche totes Schwarzwild aufzuspüren. Ausgestattet mit Warnweste und GPS-Sender suchen sie eine bestimmte Parzelle systematisch ab und zeigen gefundene Tiere an. Die Spürhunde gehen aber nicht an den Kadaver, damit sie oder die Hundeführerinnen und Hundeführer das Virus nicht weitertragen.

Logo