„Die Vergangenheit ist nicht vorbei“

Die Beeskower Burg lädt am Freitag zum Konzert und am Samstag zur Vernissage.

„Die Vergangenheit ist nicht vorbei“

Beeskow. Am Freitag, dem 26. Juni 2020 ist um 19 Uhr der Musiker Wilfried Staufenbiel aus dem Barnim zu Gast auf der Burg. Der gebürtige Sachse interessiert sich seit seiner Studienzeit für mittelalterliche Musik. Neben dem Cello spielt Staufenbiel Gambe, Drehleier und Fidel, beschäftigte sich mit arabischem und afrikanischem Trommelspiel und mit der Rekonstruktion mittelalterlicher Instrumente. Immer wieder nimmt er an Minnesänger-Wettstreiten teil, die er nicht selten für sich entscheidet.

Unter der alten Eiche auf dem Burghof präsentiert Staufenbiel „Minnesang und Mönchsgeschichten“. Dabei singt er die schönsten Melodien berühmter und anonymer Minnesänger und erzählt einiges über den Geist ihrer Zeit. Im Gepäck hat er dazu Fidel, Drehleier und Trommel.

Danach steht die Bühne offen für diejenigen, die entdeckt werden wollen, schon immer mal auf der Bühne stehen wollten oder die einfach Lust haben, ihr Lieblingsstück vor Publikum vorzutragen. Karten zum Preis von fünf Euro gibt es an der Abendkasse oder telefonisch unter 033 66-35 27 13.

Am Samstag, dem 27. Juni 2020 eröffnet um 17 Uhr der Landrat von Oder-Spree Rolf Lindemann den zweiten Teil des Ausstellungsprojekts „Alle in die Kunst“. Im Winter haben sich zwei Gruppen von Laien-Kuratorinnen und -Kuratoren gemeinsam mit dem Kunstarchiv und der Burgverwaltung auf ein Experiment eingelassen: Ausgehend vom Bestand des Beeskower Kunstarchivs gestalten sie je eine eigene Ausstellung. Nach „Leben in einem Land, das es heute nicht mehr gibt“ präsentiert nun die zweite Gruppe: „Durch unsere Augen ...“.

Ihre Werkauswahl prägen persönliche Erfahrungen, Vorlieben und Sichtweisen, wobei die Gruppe, bestehend aus Sebastian Böhme, Antje Danielowski, Astrid Epp, Saskia Heller, Katrin Hitziggrad und Lars Strenge, gemeinsam ein übergeordnetes Grundgerüst erarbeitet hat. Dazu schreibt sie: „Die Vergangenheit ist nicht vorbei. Sie ist eingeschrieben in unsere Gegenwart. Die vier zentralen Themen – Zusammenleben, urbaner Raum, Umwelt und Frau in der Gesellschaft – ermöglichen, den geltenden Normen und Werten der Vergangenheit nachzuspüren und laden dazu ein, nach Parallelen und Unterschieden zu unserer Gegenwart zu suchen. Die Ausstellung möchte keine abschließenden Antworten geben, sondern vielmehr zum Nachdenken darüber einladen, was wir aus der Vergangenheit für heute lernen können. Was soll bleiben, was kann vergehen?“

Zu sehen sind Werke von Jost Alexander Braun, Günther Brendel, Wilfried Falkenthal, Arno Fleischer, Gerhard Füsser, Erich Gerlach, Sighard Gille, Eva und Bernd Haak, Hermann Hensel, Armin Herrmann, Horst Hussel, Cornelia Jäger-Brendel, Manfred Kandt, Herbert Kelber, Dorothea Kobs-Lehmann, Siegfried Korth, Heinz-Karl Kummer, Christoph Meyer, Norbert Wagenbrett, Günther Wendt und Walter Womacka.

Vor und nach der Eröffnung kann die Ausstellung in kleinen Gruppen besichtigt werden. Um 18.15 Uhr beginnt eine Gesprächsrunde mit den Kuratorinnen und Kuratoren. Eröffnung und Gespräch finden auf dem Burghof statt.

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