Zahl der Langzeitarbeitslosen steigt

Diesen April waren in Frankfurt, Märkisch-Oderland und Oder-Spree 14.518 Leute arbeitslos, 509 weniger als diesen März und 142 weniger als im April vorigen Jahres.

Zahl der Langzeitarbeitslosen steigt

Auf dem Ostbrandenburger Arbeitsmarkt machen sich die Auswirkungen der Corona-Krise weiterhin bemerkbar. Neben den Betrieben, die seit vielen Monaten kurzarbeiten, zeigten im April weitere 47 Betriebe Kurzarbeit an. Im März waren 54 Betriebe neu hinzugekommen. Die endgültigen Zahlen, wie viele Betriebe in einem Monat tatsächlich kurzarbeiteten, liegen verzögert vor. Nach den Hochrechnungen arbeiteten im Dezember des ersten Corona-Jahres 1.622 Ostbrandenburger Betriebe und 8.521 Beschäftigte kurz.

Jochem Freyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) sieht aber auch einen erfreulichen Trend: „Trotz anhaltender Pandemie sinken Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung in Ostbrandenburg - im Vergleich zum Vormonat und im Vergleich zum Vorjahr.“ Im Landkreis Oder-Spree waren im April 5.954 Menschen arbeitslos, 246 weniger als vorigen Monat und sechs weniger als vor einem Jahr. In Märkisch-Oderland gab es 6.204 Arbeitslose, 203 weniger als im März und 37 mehr als im Vorjahr. In Frankfurt waren im April 2.360 Leute arbeitslos, 60 weniger als im März und 173 weniger als im Vorjahr.

„Allerdings gibt es zwei Fakten, die mich beunruhigen“, fügt Jochem Freyer hinzu. „Es haben sich anders als in früheren Jahren noch längst nicht alle Schulabgänger bei der Berufsberatung gemeldet und die Zahl der Langzeitarbeitslosen wie auch die durchschnittliche Dauer der Erwerbslosigkeit steigen. Um diese Probleme zu lösen konzentrieren wir uns auf den Ausbildungsmarkt sowie die zielgerichtete Qualifizierung und berufliche Weiterbildung sowie bessere Vermittlung von Arbeitslosen.“ 6.484 Menschen in der Region waren diesen April langzeitarbeitslos. Das sind 107 Personen mehr als im März und 1.392 mehr als vor genau einem Jahr.

„Im Jobcenter Märkisch-Oderland werden aktuell ca. 3.900 erwerbsfähige Leistungsberechtigte ohne Berufsabschluss betreut“, berichtet Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland. „Gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten haben Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung deutlich höhere Chancen auf eine Beschäftigung. Ebenso sind am Arbeitsmarkt weiterhin insbesondere Fachkräfte gesucht. Daher werden im Jobcenter Märkisch-Oderland Weiterbildungsmöglichkeiten konsequent angeboten.“

Bis zu einem Alter von etwa 30 Jahren sei eine Berufsausbildung der vorrangige Weg, findet Gabriele Schoel. „Später wird dann entweder durch modulare Weiterbildung auf bestehende Kenntnisse aufgebaut.“ 878 Personen durchliefen diesen Monat in Ostbrandenburg durch die Arbeitsagentur oder die Jobcenter geförderte Weiterbildungen. „Motivation, Durchhaltevermögen und auch die eigene Gesundheit spielen hier eine sehr große Rolle. Unsere Integrationsfachkräfte im Jobcenter MOL unterstützen und beraten Menschen auf diesem mitunter auch längeren Weg gern und mit hoher Professionalität“, versichert die Chefin des Jobcenters Märkisch-Oderland.

Den Geschäftsführer des Frankfurter Jobcenters Frank Mahlkow stimmen einige Zahlen optimistisch: „Zum einen ist das Instrument der Kurzarbeit sehr wirksam und verhindert gerade im Dienstleistungsbereich sowie im Handel Arbeitslosigkeit. Zum anderen gibt es Branchen, die gerade in diesen Zeiten erhöhten Arbeitskräftebedarf haben. Das sind dann etwa Tätigkeiten, die ganz konkret mit der Verhinderung des Virus zu tun haben, wie Jobs in Test- und Impfzentren. Auch der Online-Handel boomt und benötigt Kraftfahrer, Paketboten und Logistikexperten zur Bewältigung des Andrangs.“ Im April meldeten regionale Unternehmen 749 neue offene Stellen, 17 mehr als im März und 338 mehr als im Vorjahr. Am meisten gefragt sind Verkaufskräfte, Fachkräfte für Sanitär, Heizung, Klimatechnik und für die Wartung von Eisenbahninfrastruktur, Berufskraftfahrer sowie Büro- und Sekretariatsfachkräfte.

„Sorgen hingegen bereitet uns die wachsende Zahl an Langzeitarbeitslosen“, fügt Mahlkow hinzu. „Hatten wir im April letzten Jahres 651 langzeitarbeitslose Menschen in Frankfurt (Oder), so sind es jetzt im April 2021 bereits 795. Um diesen Menschen ganz gezielt zu helfen, organisieren wir zum Beispiel eine Bildungsträgermesse, die im Frühsommer virtuell stattfinden wird. Die lokalen Anbieter von Bildungsmaßnahmen werden dabei marktgerechte Angebote machen und Interessierte individuell beraten. Wir rechnen mit großem Zuspruch der Arbeitssuchenden.“

Logo