Persönliche Beratung ist die Ausnahme

Diesen Januar waren in Frankfurt, Märkisch-Oderland und Oder-Spree 15.560 Leute arbeitslos, 1.168 mehr als im Dezember und 1.463 mehr als im Januar 2020.

Persönliche Beratung ist die Ausnahme

In der Stadt Frankfurt (Oder) stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 2.497. Das sind 209 mehr als im Dezember und 72 mehr als vor einem Jahr. 939 Arbeitslose betreut die Agentur für Arbeit und 1.558 das Jobcenter. In Märkisch-Oderland waren im Januar 6.524 Menschen arbeitslos, 466 mehr als im Dezember und 756 mehr als im Januar 2020. 3.091 Arbeitslose wurden von der Agentur für Arbeit betreut und 3.433 vom Jobcenter Märkisch-Oderland. Im Landkreis Oder-Spree gab es diesen Januar 6.539 Arbeitslose, 493 mehr als im Dezember und 635 mehr als vor einem Jahr. 2.494 davon betreut die Arbeitsagentur und 4.045 das kommunale Jobcenter des Landkreises.

Neben den Betrieben, die seit vielen Monaten kurzarbeiten, haben diesen Januar weitere 472 Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Im Dezember waren es 271 Betriebe. Da Firmen bis zu drei Monate Zeit haben, um Kurzarbeit mit der Arbeitsagentur abzurechnen, liegen die endgültigen Zahlen, wie viele Betriebe in einem Monat tatsächlich kurzgearbeitet haben, verzögert vor. Nach den Hochrechnungen arbeiteten vorigen September 1.053 Ostbrandenburger Betriebe und 4.993 Beschäftigte kurz.

„Der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt ist trotz des Lockdowns robust ins Jahr gestartet“, findet Jochem Freyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder). „Beinahe alle Unternehmen halten weiter an ihren Mitarbeitern fest. Den Betrieben, die von den Einschränkungen betroffen sind, helfen wir weiterhin massiv mit Kurzarbeitergeld und stabilisieren damit den Markt. Corona-bedingte Schließungen oder Insolvenzen nehmen wir bislang nicht wahr. Dass die Lage für viele Arbeitgeber schwierig ist, zeigt sich aber daran, dass uns deutlich weniger neue Stellen gemeldet wurden als im vorigen Januar. 500 neue Stellen kamen diesen Monat dazu – das sind rund zwanzig Prozent weniger als letztes Jahr.“ Die meisten offenen Stellen gibt es in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Bildung.

„Auch im Lockdown halten wir telefonisch und online einen engen Kontakt mit den Betrieben und Jobsuchenden“, berichtet der Agenturchef. „Aufgrund der Einschränkungen und der weitgehenden Schulschließungen sind persönliche Sprechstunden der Berufsberatung derzeit die Ausnahme. Daher gehen wir in den nächsten Wochen nochmal aktiv auf alle Jugendlichen im letzten Schuljahr zu. Per Videoanruf beraten wir zu Ausbildungsberufen, schlagen Ausbildungsplätze vor und besprechen finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten.“

Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland erklärt: „Eine Sache wird uns nach der Pandemie sicher bleiben: Viele administrative Anliegen werden auch in Zukunft digital mit uns abgewickelt werden können. Jobsuchende sollen ihre Energie und Zeit für die Jobsuche, für die Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche und für Weiterbildungsmaßnahmen verwenden können – und den Rest bequem vom heimischen PC oder dem Smartphone aus erledigen können, etwa Weiterbewilligungsanträge oder Änderungen in den persönlichen Daten. Unsere Website haben wir grundlegend überarbeitet und den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden angepasst.“ Die Website des Jobcenters Märkisch-Oderland ist zu finden auf: https://jobcenter-mol.de

„Es wird eine Zeit nach der Krise geben – und auf die wollen wir unsere Kundinnen und Kunden schon jetzt vorbereiten“, teilt Gloria Schade, Bereichsleiterin im Frankfurter Jobcenter mit. „Insgesamt haben wir für das Jahr 2021 860.000 Euro für Qualifizierungen eingeplant. Daraus werden unter anderem Bildungsgutscheine finanziert, die Arbeitsuchende bei zertifizierten Bildungsträgern ihrer Wahl einlösen können, um ein avisiertes Bildungsziel zu erreichen. Hier wollen wir insbesondere junge Menschen unter 30 Jahren, Eltern und Alleinerziehende, Langzeitleistungsbeziehende und Langzeitarbeitslose, Menschen ohne Berufsabschluss sowie Menschen mit Migrationshintergrund fördern.“

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