15 Prozent mehr Arbeitslose als 2019

Im September waren in Frankfurt (Oder), Märkisch-Oderland und Oder-Spree insgesamt 14.822 Menschen arbeitslos gemeldet.

15 Prozent mehr Arbeitslose als 2019

In Frankfurt (Oder) waren im September 2.495 Menschen arbeitslos, 112 weniger als im August und 255 mehr als im Vorjahr. 891 Arbeitslose betreute die Agentur für Arbeit und 1.604 das Jobcenter. Die Arbeitslosenquote betrug 8,5 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 7,6 Prozent. 396 offene Stellen wurden gemeldet, die meisten im Bereich Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung.

In Märkisch-Oderland waren im September 6.098 Menschen arbeitslos, 241 weniger als im August und 884 mehr als im Vorjahr. 2.651 Arbeitslose betreute die Agentur für Arbeit und 3.447 das Jobcenter. Die Arbeitslosenquote betrug 5,9 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,1 Prozent. 1.328 offene Stellen wurden gemeldet, die meisten im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit.

In Oder-Spree waren im September 6.229 Menschen arbeitslos, 103 weniger als im August und 761 mehr als im Vorjahr. 2.218 Arbeitslose betreute die Agentur für Arbeit und 4.011 das Jobcenter. Die Arbeitslosenquote betrug 6,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,8 Prozent. 1.094 offene Stellen wurden gemeldet, die meisten im Bereich Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung.

„Der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt ist wieder auf Kurs“, sagte Mathias Lemcke, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) bei der monatlichen Pressekonferenz. Dass die Zahl der Arbeitslosen noch 15 Prozent höher ist als 2019, liege daran, dass es in den letzten Monaten weniger Fördermaßnahmen wie Qualifizierung oder Arbeitsgelegenheiten gab als üblich. „Was wir sehen, ist nach wie vor ein Anstieg bei den Jugendlichen, bei den Älteren und bei den Ausländern“, so Lemcke. Diese Menschen entlassen Unternehmen in der Krise zuerst.

„Unsere Bemühungen, auf dem Ausbildungsmarkt noch möglichst viele Betriebe und Azubis zusammenzubringen, verlängern wir dieses Jahr, weil das zweite Schulhalbjahr wegen Corona mehr oder weniger ausgefallen ist und noch etliche junge Menschen Unterstützung brauchen“, erklärt Lemcke. „Wir setzen alles daran, dass bis zum Jahresende möglichst alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger eine Lehrstelle oder Alternative erhalten.“

22 Betriebe in der Region zeigten im September Kurzarbeit an. Seit April haben dies somit insgesamt 4.106 Ostbrandenburger Unternehmen getan. Nach den Hochrechnungen arbeiteten im Mai 2.437 Ostbrandenburger Betriebe und 16.206 Beschäftigte kurz, im April 2.773 Betriebe und 18.282 Beschäftigte. Für März liegen jetzt die endgültigen Zahlen vor. Damals arbeiteten 1.537 Betriebe mit 8.521 Beschäftigten kurz. „Aus dem Tal kommen wir langsam wieder heraus“, sagt Mathias Lemcke.

Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland teilt mit:Von den arbeitslosen Menschen, die wir derzeit im Jobcenter Märkisch-Oderland betreuen, hat beinahe jeder Zweite keinen Berufsabschluss. Doch ohne ausreichende Qualifikation ist es schwierig, dauerhaft eine Stelle zu finden. Wir ermutigen und unterstützen daher jeden, der sich qualifizieren möchte, den passenden Weg für sich zu finden: Sei es durch eine betriebliche Einzelumschulung - das ist eine Ausbildung für Erwachsene - oder durch Lehrgänge und Teilqualifikationen. Uns stehen in diesem Jahr noch ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.“

Der Geschäftsführer des Frankfurt Jobcenters Armin Müller erklärt: „Das Ausbildungsjahr hat begonnen und unser Ziel ist es, möglichst vielen junge Frankfurterinnen und Frankfurtern, die noch ohne Ausbildungsplatz dastehen, eine Lehrstelle zu vermitteln. Wo dies nicht möglich ist, können wir Alternativen und Überbrückungen anbieten. Bewährt hat sich eine sogenannte Einstiegsqualifizierung. Das ist ein sozialversicherungspflichtiges Praktikum, bei dem sich Betrieb und Bewerber kennenlernen können. Wenn alles passt, schließt sich oft nahtlos eine Ausbildung im selben Betrieb an – und das Praktikum kann die Ausbildungszeit dann sogar verkürzen.“

Ein Problem, das dem Jobcenterchef bei Online-Bewerbungen auffiel, besteht darin, dass Menschen der Smartphone-Generation nicht mehr mit Tastatur und Maus umgehen können. Die Jobcenter planen deshalb Schulungen zum Thema Bewerbung per Internet. Zurzeit suchen in der Region vor allem der öffentliche Dienst, die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft und die Deutsche Rentenversicherung nach Arbeitskräften.

Insgesamt beendeten diesen September in der Stadt Frankfurt und den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland 2.556 Menschen ihre Arbeitslosigkeit, einer weniger als im August und 709 weniger als vor einem Jahr. 5.708 Menschen waren langzeitarbeitslos, 156 mehr als im August und 519 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren sank auf 1.409, 76 weniger als im Vormonat, aber 249 mehr als vor einem Jahr. Die Jugend-Arbeitslosenquote lag im September bei 9,3 Prozent, gegenüber 8,4 Prozent im September 2019. 13 Prozent der Arbeitslosen, also 1.931 Menschen waren Ausländer. Das sind 341 mehr als vor einem Jahr.

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