9,4 Prozent weniger freie Stellen

2020 waren in Oder-Spree, Märkisch-Oderland und Frankfurt insgesamt 14.598 Menschen arbeitslos gemeldet, 979 mehr als im Jahr 2019.

9,4 Prozent weniger freie Stellen

Am schlimmsten traf die durch Corona-Verbote bedingte Arbeitslosigkeit unter 25-Jährige und Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft. 1.328 Jugendliche waren 2020 arbeitslos gemeldet, 203 Personen oder 18,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit sind neun Prozent aller erwerbsfähigen Jugendlichen in Ostbrandenburg arbeitslos. Die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer stieg um 256 Personen oder 16,1 Prozent auf 1.846.

„Der Anstieg rührt auch daher, dass etliche Bildungsmaßnahmen für Jugendliche und Menschen mit Förderbedarf nicht durchgeführt werden konnten“, erklärt Jochem Freyer, Chef der Arbeitsagentur Frankfurt (Oder). Die Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) betreut 5.692 der 14.598 Arbeitslosen in der Stadt und den benachbarten Landkreisen. Das entspricht einem Anstieg um 1.091 Menschen oder 23,7 Prozent im Vergleich zu 2019. Die Jobcenter Frankfurt (Oder), Märkisch-Oderland und das kommunal geführte Jobcenter des Landkreises Oder-Spree betreuten insgesamt 8.906 arbeitslose Menschen, 112 Personen oder 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Personalbedarf meldeten die regionalen Arbeitgeber im Verlauf des Jahres für insgesamt 8.423 freie Stellen. Das sind 871 Arbeitsplätze oder 9,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Zwischen April und Dezember 2020 gab es 4.805 Anzeigen auf Kurzarbeitergeld. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es nur 28. „Kurzgearbeitet haben insbesondere das Gastgewerbe, der Einzelhandel, die Kulturbranche, körpernahe Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe“, so Jochem Freyer. „Während sich insbesondere diese Branchen eher mit Einstellungen zurückhielten, bauten andere Bereiche Personal auf, etwa in der Pflege, in der öffentlichen Verwaltung oder im Post- und Kurierwesen.“

498 Selbstständige und 955 Personen in Kurzarbeit beantragten seit April 2020 Hartz IV. „Wie rasch und gut es gelungen ist, mit dem stark eingeschränkten persönlichen Kontakt auch telefonisch und digital miteinander im Gespräch zu bleiben – das hat mich beeindruckt“, sagt Marco Schulz, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters Märkisch-Oderland. „Nicht nur wir, auch viele Kunden haben hier Neuland betreten. Trotzdem ist das persönliche Beratungsgespräch durch nichts zu ersetzen und wir freuen uns, wenn wir unseren Kunden wieder in die Augen sehen können. Flankierend bauen wir unsere digitalen Angebote weiter aus. Im ersten Schritt haben wir unsere Website generalüberholt. Diese hält nun aktuelle Informationen rund um die Grundsicherung, die Jobsuche, die Jugendberufsagentur sowie bald auch eine Online-Terminvereinbarung bereit.“

Auch das Frankfurter Jobcenter zeigt sich optimistisch. „2020 hat viele unserer Prozesse ins digitale Zeitalter katapultiert“, findet Frank Mahlkow, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt (Oder). „Diesen Schwung wollen wir 2021 mitnehmen und unsere Angebote dahingehend weiter ausbauen. Unsere Mitarbeiter haben wir geschult und die nötige Technik beschafft. In Beratungsgesprächen können wir Tablets einsetzen. Die Verbindung schafft unser neues WLAN. Die digitalen Kanäle werden wir künftig verstärkt nutzen. Das verkürzt die Bearbeitungszeit bei Anträgen und Veränderungsmitteilungen und beschleunigt den Integrationsprozess – weil Stellenangebote direkt abgerufen werden und Kunden sich unkompliziert mit ihren Vermittlungsfachkräften austauschen können.“

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