Besuch im alten Kino

Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle besichtigte das ehemalige Lichtspieltheater der Jugend in Frankfurt (Oder).

Besuch im alten Kino

Am Donnerstag, dem 22. April 2021 besuchte Kulturministerin Manja Schüle (SPD) mit der Direktorin des Landesmuseums für moderne Kunst Ulrike Kremeier, der Landtagsabgeordneten Sahra Damus (Bündnis 90/Grüne), Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke (Die Linke) und der Lokalpresse das ehemalige „Lichtspieltheater der Jugend“, um über den Stand der Umbaupläne zu informieren. Das leer stehende Kino soll in Zukunft zu einem weiteren Standort des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst werden und Auftragskunst der DDR ausstellen.

„Der Brandenburger neigt ja nicht dazu, in Superlativen zu reden“, sagte die Ministerin vor Ort. In diesem Fall seien Superlative allerdings angebracht. „Der Museumsbau ist das mit Abstand größte Kultur-Investitionsprojekt in dieser Legislaturperiode in Brandenburg“, berichtete Schüle. Insgesamt 23 Millionen Euro sind für den Umbau vorgesehen. Die Hälfte dieser Steuergelder kommt vom Bund, die andere Hälfte vom Land. Bauarbeiten sollen 2025 beginnen und voraussichtlich drei Jahre dauern.

Wie Christoph Kühne von der städtischen Denkmalschutzbehörde erklärte, wurde aus der 1907 erbauten Gastronomie „Kaisersaal“ in den 1930er Jahren Frankfurts erstes Kino. Nach Kriegszerstörungen entstand aus den Überresten 1954 das „Lichtspieltheater der Jugend“. Das dauerte zwei Jahre und kostete zirka 500.000 Mark. Die Architektur entspricht dem typischen Stil Josef Stalins, und wird heute fast nur noch in Nordkorea verwendet. „Mit der Entstalinisierung wurde dieser Stil sehr unpopulär“, so Christoph Kühne. Beim zukünftigen Umbau lassen sich Kompromisse im Bezug auf den Denkmalschutz kaum vermeiden. „Wir werden einiges verlieren, anderes behalten können“, sagte Kühne.

„Dieses Lichtspieltheater ist auch für mich ein Teil meiner Kindheit und meiner Jugend, wo ich ungefähr zwanzigmal Dirty Dancing geguckt habe“, erinnert sich die gebürtige Frankfurterin Manja Schüle. 1998 schloss das Kino. Seitdem steht es leer und verfällt. „Es war zwischendurch eine Spielhalle geplant, eine Diskothek war geplant. Der Besitzer hat mehrmals gewechselt“, sagte die Kulturministerin. 2019 kaufte die Stadtverwaltung das denkmalgeschützte Gebäude zurück, womit René Wilke ein Wahlversprechen einlöste. „Das Museum ist nicht irgendeine Lösung. Es ist die Ideallösung für diesen Ort“, findet der Oberbürgermeister.

Ulrike Kremeier freut sich auf den zukünftigen Museumsstandort: „Das Gebäude ist sowohl spannend als auch von hoher Symbolkraft für die Identität der Stadt Frankfurt (Oder). Es steht für die Wichtigkeit der Kultur, wie sie in der frühen DDR angelegt und architektonisch formuliert wurde.“ Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst entstand im Juli 2017 mit der Fusion des Cottbuser Dieselkraftwerks und der Frankfurter Galerie Junge Kunst. Das Landesmuseum mit seinen mehr als 42.000 Kunstwerken ist Teil der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder). Das Land unterstützt die Kulturstiftung dieses Jahr mit rund 16,2 Millionen Euro.

Logo