NEB bestellt 31 batteriebetriebene Züge

Ab Dezember 2024 möchte die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) in der Metropolregion Berlin-Brandenburg batterieelektrische Regionalzüge einsetzen.

NEB bestellt 31 batteriebetriebene Züge

Die Metropolregion Berlin-Brandenburg bekommt ab Dezember 2024 erste batterieelektrische Regionalzüge sowie verbesserte und verdichtete Fahrplanangebote. Das teilt die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) in einer aktuellen Presseerklärung mit. Hierfür hat die Eisenbahngesellschaft, die Anfang Juni 2021 den erneuten Zuschlag für das Netz erhalten hatte, 31 zweiteilige Batteriezüge vom Typ Mireo Plus B bei Siemens Mobility bestellt. Die emissionsfreien und umweltfreundlichen Züge fahren künftig auf allen Linien des Netzes Ostbrandenburg.

Auf folgenden Strecken werde die batterieelektrischen Züge im Einsatz sein:

RB12 Berlin Ostkreuz – Oranienburg – Templin Stadt
RB25 Berlin Ostkreuz – Werneuchen
RB26 Berlin-Lichtenberg – Müncheberg (bei jeder zweiten Fahrt montags bis freitags)
RB35 Fürstenwalde (Spree) – Bad Saarow-Pieskow
RB36 Frankfurt (Oder) – Beeskow – Königs Wusterhausen
RB54 Rheinsberg (Mark) – Löwenberg (Mark) (– Berlin Ostkreuz)
RB60 Eberswalde – Wriezen – Frankfurt (Oder)
RB61 Schwedt (Oder) – Angermünde
RB62 Angermünde – Prenzlau
RB63 Joachimsthal – Eberswalde (– Berlin Hbf.)

In der europaweiten Ausschreibung zur Vergabe des Netzes Ostbrandenburg hatten die Länder Berlin und Brandenburg einen deutlichen Fokus auf alternative Antriebe und die Reduzierung von Umweltbelastungen gelegt. Bisher verkehren auf den Linien des Netzes Ostbrandenburg Züge mit Dieselantrieb. Durch den Einsatz der batterieelektrisch fahrenden Fahrzeuge vom Typ Mireo Plus B werden in Zukunft jährlich rund 4,4 Mio. Liter Diesel weniger im Netz Ostbrandenburg verbraucht. Die neuen Züge werden lokale CO2-Emissionen vollständig und je nach Strommix auch überregional um ca. 11.500 Tonnen pro Jahr reduzieren und gleichzeitig auch einen signifikanten Rückgang an Feinstaubemissionen erreichen.

Der Batteriehybrid-Triebwagen bezieht seine Energie aus der Oberleitung. Auf nicht elektrifizierten Streckenabschnitten sorgen zuvor auf den elektrifizierten Abschnitten aufgeladene Lithium-Ionen-Batterien für die Energieversorgung. Zusätzlich wird rückgewonnene Bremsenergie für den Antrieb genutzt. Der zweiteilige Triebwagen hat batterieelektrisch eine Reichweite von mehr als 90 Kilometer.

Mehr Service und Komfort für Fahrgäste

Durch den Einsatz der neuen Fahrzeuge können auch umfangreiche, fahrgastorientierte Mehrleistungen im Hinblick auf Ausstattung und Servicestandards realisiert werden, die durch die SPNV-Qualitätsstandards der Länder Berlin und Brandenburg festgelegt sind. Die neuen Triebwagen sind auf jeder Seite mit drei Türen ausgestattet, die Fahrgästen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen einen problemlosen Ein- und Ausstieg auch bei niedrigeren Bahnsteigen ermöglichen. Sowohl die drei Türen je Fahrzeugseite als auch eine neuartige Wegeleitung im Fahrzeug sorgen für einen zügigen, unkomplizierten und vor allem barrierefreien Fahrgastwechsel.

Durch den Einsatz der neuen Züge stehen den Fahrgästen auf den betreffenden Linien künftig mindestens 128 Sitzplätze sowie zwölf Stellplätze für Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen zur Verfügung. Fahrgäste können zudem künftig kostenloses WLAN, ein dynamisches Fahrgastinformationssystem sowie einen gesondert gekennzeichneten Familienbereich nutzen. Rund 60 Steckdosen sind gleichmäßig über den Zug verteilt, auch USB-Ladebuchsen und eine Funktion zum induktiven Laden sind vorhanden.

Zwei oder mehr Triebwagen können auch in sogenannten Doppel- und Mehrfachtraktionen hintereinander gekuppelt werden, um zusätzliche Plätze bereitzustellen. Insbesondere auf hochbelasteten Linien werden dann mehr Doppeltraktionen eingesetzt werden, als bisher von den Ländern bestellt wurden, so die NEB. Darüber hinaus wird das Fahrplanangebot auf einigen Linien verdichtet, wie z.B. auf der RB26 zwischen Berlin-Lichtenberg und Müncheberg, wo ab Dezember 2024 der Halbstundentakt kommen soll.

Hintergrund

Siemens Mobility setzt mit dem Bau des Mireo Plus B neue Maßstäbe in Sachen Umweltgerechtigkeit. Bereits in der Konstruktionsphase werden unter anderem durch Werkstoffauswahl, Fahrzeugaufbau und Gewichtreduktion wichtige Eckpunkte für ein umweltgerechtes Fahrzeug gesetzt. Zudem werden die Anzahl der Komponenten, Materialien und Verschleißteile sowie Produktverpackungen minimiert und auf unlösbare Verbindungen verzichtet, damit eine maximale Recycling-Fähigkeit erreicht wird. Dadurch lassen sich große Haupt- und Ausbaukomponenten wie Rohbau, Fahrwerke oder Glasscheiben nahezu vollständig von nicht verwertbaren Teilen trennen und recyceln.

Der Auftrag wird auch einen Service- und Ersatzteilliefervertrag über zwölf Jahre bis 2036 beinhalten. Siemens Mobility sichert hierbei die Verfügbarkeit der Züge über die gesamte Laufzeit des Verkehrsvertrages. Teil dieses Servicevertrages ist nicht nur die Durchführung aller notwendigen Instandhaltungstätigkeiten zu organisieren, sondern auch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Instandhaltungstätigkeiten, angepasst auf den kundenspezifischen Einsatz der Fahrzeuge

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