CDU-Mitglieder möchten mit Dr. Sabine Buder als Direktkandidatin antreten

Auf dem Nominierungsparteitag für den Direktkandidaten der CDU im Wahlkreis 59 setzt sich Dr. Sabine Buder knapp gegen Hans-Georg von der Marwitz durch.

CDU-Mitglieder möchten mit Dr. Sabine Buder als Direktkandidatin antreten

Noch nie war das Interesse der CDU-Mitglieder im Wahlkreis 59 so hoch, wenn es um die Nominierung eines Direktkandidatens für die Bundestagswahl ging. Insgesamt 221 Stimmberechtigte aus Märkisch-Oderland und dem Barnim folgten der Einladung in die Bernauer Erich-Wünsch-Halle, um miteinscheiden zu können, wer im kommenden Jahr für diesen Wahlkreis als Kandidat oder Kandiatin für den Bundestag antreten soll. Und dafür standen zwei Bewerber zur Wahl. Die hohe Beteiligung zeige, dass das Interesse an der Basis sehr hoch ist, freute sich Gorden Hoffmann, Generalsekretär der Brandenburger CDU, in einem kurzen Grußwort. „Es ist ein Musterbeispiel an Demokratie, wenn sich mehrere Kandidaten in einem fairen Wettbewerb zur Wahl stellen.

Die beiden Bewerber konnten unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite war der aktuelle Amtsinhaber Hans-Georg von der Marwitz, der bereits seit drei Legislaturperioden für die CDU im Wahlkreis 59 im Bundestag vertreten ist. Er setzt auf Erfahrung, Routine und Kontinuität. Und auf der anderen Seite die 36-jährige Tierärztin Dr. Sabine Buder, die zwar erst im Jahr 2018 zur CDU gestoßen ist, aber bereits einiges in der Politik bewegen konnte. Sie bezeichnet sich selbst als Newcomerin und möchte sich mit neue Ideen und Impulsen in den Wahlkreis einbringen.

„Zuhören - Verstehen - Kümmern“ - Das ist das Leitmotiv von Sabine Buder. Als vierfache Mutter kenne sie die alltäglichen Probleme und Schwierigkeiten, wenn es um Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht. Die Familie ist für sie Keimzelle der Gesellschaft und Vorraussetzung für ein zukunftsfähiges Deutschland. Hier lerne man Werte, Respekt und Verantwortung. Das gilt es zu schützen und zu fördern. Darüber hinaus sei sie als Tierärztin bestens mit dem Thema Landwirtschaft vertraut und war in der Fachgruppe „Landwirtschaft und Umwelt“ an den Koalitionsverhandlungen im Land Brandenburg im Jahr 2019 beteiligt. Ebenfalls vertreten ist Sabine Buder in der Bundeskommission „Landwirtschaft und Ernährung“ der Mittelstands- und Wirtschaftsunion MIT, wo sie ihre Erfahrung als selbständige Unternehmerin einbringt. Und letztendlich ist die Biesenthalerin Stadtverordnete in ihrer Heimatstadt, wo sie als Vorsitzende die CDU als stärkste Fraktion anführt. In einer „Ochsentour“ war sie in vorangegangenen Wochen in den Ortsverbänden unterwegs, um sich vorzustellen und für einen Personalwechsel zu werben.

Hans-Georg von der Marwitz setzte in seiner Vorstellung auf Erfahrung und Kontinuität. Er verwies diesbezüglich auf errungende Erfolge, insbesondere, dass er im Jahr 2013 als Direktkandidat den Wahlkreis gegen Dagmar Enkelmann (Die Linke) gewinnen konnte und auch einmal verteidigen konnte. Zuvor war er bereits vier Jahre über die Landesliste der CDU im Deutschen Bundestag vertreten. Marwitz, der vor 30 Jahren mit seine Familie ins Brandenburgische Friedersdorf gekommen ist, ist seitdem auch kommunalpolitisch engagiert und sei mittlerweile sehr verwurzelt mit der Region. „Man kenne ihn.“, so von der Marwitz. Es sei richtig, dass er eigentlich nicht mehr antreten wollte, insbesondere nach einem schweren familiären Schicksalsschlag im vergangen Jahr. Doch die aktuelle Corona-Pandemie zeige, dass Europa und die Welt vor großen Herausforderungen stehen. Er möchte den Bürgerinnen und Bürgern durch vorausschauende politische Enzscheidungen Halt und Perspektive geben.

Newcomerin oder Festhalten an Altbewährtem

In der anschließenden Fragerunde hatten die Mitglieder die Möglichkeit die Kandidatin und den Kandidaten zu befragen. Hier interessierten die Fragestellenden zum Beispiel Themen wie Bildungs- und Sicherheitspolitik und wie ein künftiger Mandatsträger den Kontakt zur Basis pflegen möchte. Aber auch die Einstellung zur AfD wurde erfragt. „Hier gelte es Wähler zurückzugewinnen“, so Sabine Buder in ihrer Antwort. Sie möchte den Wählerinnen und Wählern zeigen, dass die AfD eben keine Alternative sei. Ansonsten waren sich beide einig. Es gebe Parteitagsbeschlüsse von Bundes- und Landes-CDU und diese seien eindeutig. Auf seine hohen Nebeneinkünfte angesprochen, erwiderte Marwitz, dass bei Selbständigen leider nur die Bruttoeinnahmen anzugeben sind und Kosten keine Rolle spielen würden. Gern würde er seinen Steuerbescheid offen legen, aber nur wenn es alle tun würden. Einen freiwilligen Alleingang lehnte er aber ab. Sabine Buder wurde gefragt, ob sie sich der Verantwortung, in diesem schwierigen Wahlkreis anzutreten bewusst sei. Ihre Antwort: „Ich bin mir der Tradition und Verantwortung bewusst“ und „deswegen werden ich alles daran setzen, um das Mandat auch direkt zu gewinnen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Nominierungsparteitag erlebten einen fairen und respektvollen Umgang der beiden Bewerber und entschieden sich in einem denkbar knappen Ergebnis für die Newcomerin Dr. Sabine Buder. Von 218 abgegebenen Stimmen entfielen 110 auf Dr. Sabine Buder und 105 auf Hans-Georg von der Marwitz. Es gab 2 Enthaltungen und eine ungültige Stimme. Der unterlegene Kandidat dankte den Mitgliedern mit den Worten: „Ihr habt mich jetzt in den Ruhestand verabschiedet“. Er werde die Region im Bundestag bis zur Konstituierung des 20. Deutschen Bundestages noch ein Jahr vertreten. Unter anhaltenden Applaus wurde er von den Mitgliedern verabschiedet.

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