Gedenkstein in Hohenwalde

Am 2. November 2020 jährte sich zum 140. Mal die Gründung des ersten Vereins für Jugendsparkassen in Deutschland durch Pfarrer und Lehrer Ernst Senckel.

Gedenkstein in Hohenwalde

Dieses Ereignis nahm der Heimatverein Hohenwalde um seinen Vorsitzenden Dieter Hartung gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt (Oder)/Lebus zum Anlass, am Sonntag, dem 8. November 2020 im Ernst-Senckel-Weg im Frankfurter Ortsteil Hohenwalde einen Gedenkstein mit der Aufschrift „Ernst-Senckel-Stein“ einzuweihen.

Die Kosten für die Gravur deckte die Sparkasse Oder-Spree mit einer Spende von 500 Euro. „Mit dem Gedenkstein wird eine bereits über viele Jahre bestehende Idee Wirklichkeit“, sagt Dieter Hartung vom Heimatverein. Der Heimatverein dankte allen Helferinnen und Helfern für die vorbereitenden Arbeiten, allen voran Frank Schulze aus Hohenwalde, der den Sockel unentgeltlich mauerte, und der Firma Decker Natursteine aus Müllrose, die den Stein herrichtete und gravierte.

„Der Stein, der ursprünglich ein Findling ist, liegt direkt unter dem Straßenschild. Dass wir ihm jetzt eine passende Aufschrift zu einem geeigneten Anlass geben konnten, dafür bedanken wir uns bei der Sparkasse ganz herzlich, die damit auch ein Stück eigene Geschichtspflege betreibt“, ergänzt Pfarrerin Susanne Noack von der evangelischen Kirchengemeinde.

Das Grab von Pfarrer Ernst Senckel befindet sich in Hohenwalde und steht seit 2006 unter Denkmalschutz. Senckel gilt als „Vater des deutschen Schulsparens“, weil er nicht nur den ersten Schulsparverein Deutschlands gründete, sondern am 1. April 1867 in Frankfurt (Oder) auch eine der ersten deutschen Schulsparkassen und die erste in Brandenburg.

Pfarrer Ernst Senckel wurde am 7. März 1836 in Mertensdorf bei Pritzwalk geboren und starb am 29. Oktober 1912 in Hohenwalde, wo heute eine Straße nach ihm benannt ist. Er studierte an den Universitäten in Halle, Tübingen und Berlin. Nach der Ordination im Jahre 1864 arbeitete er zuerst als Pfarrer in Deutsch Lieskau, im Kreis Doberlug-Sonnenwalde. Nach kurzer Zeit als Feldgeistlicher und im „Rauhen Haus“ Wicherns trat er 1867 seinen Dienst in der Parochie Hohenwalde/Markendorf an. Ein Jahr später ließ er die Markendorfer Kirche restaurieren und ein weiteres Jahr später die Hohenwalder Dorfkirche.

Neben einer Sonntagsschule, einem christlichen Leseverein und einer Volksbibliothek an der Schule führte Ernst Senckel das Schulsparen ein und gründete 1880 den Verein für Jugendsparkassen in Deutschland. Seine Verdienste fanden am 6. August 1906 mit der Verleihung des Roten Adlerordens vierter Klasse durch Kaiser Wilhelm II. die entsprechende Würdigung. Der Rote Adlerorden wurde am 17. November 1705 durch Erbprinz Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth gestiftet. 1792 vom Königreich Preußen übernommen, war er zeitweise der zweithöchste preußische Orden.

100 Jahre danach, im Jahr 2006, wurde Senckels Ehrung zum Anlass genommen, die Grabstätte in Hohenwalde unter Denkmalschutz zu stellen. Gleichzeitig legte die Sparkasse eine Gedenkmedaille, die Ernst Senckel-Medaille in Silber, limitiert auf nur 10 Stück, und in Gold, limitiert auf 20 Stück, auf. Mit ihr werden in erster Linie Sparkassenmitarbeiter ausgezeichnet, die sich um das Sparkassenwesen besonders verdient gemacht haben.

Logo