Handwerksbrunnen eingeweiht

Ostbrandenburger Handwerker feierten das Jubiläum der Kammer und die Rückkehr des Brunnens auf dem Innenhof.

Handwerksbrunnen eingeweiht

Über ein halbes Jahrhundert galt er als verschollen - der Springbrunnen, der einst den Hof der Handwerkskammer zierte. 1937 schuf ihn der Frankfurter Steinmetz und Bildhauer Georg Fürstenberg aus Muschelkalk. Zu DDR-Zeiten verschwand der tonnenschwere Brunnen während einer Baumaßnahme. Der Frankfurter Brunnenenthusiast Siegfried Pschowski startete vor einigen Jahren eine Kampagne für die Wiederbeschaffung des historischen Wasserspiels. Nach langen Verhandlungen mit dem neuen Besitzer, welche die Presse damals nicht durch Berichterstattung gefährden sollte, gelang es der Führung der Handwerkskammer schließlich, das Kunstwerk zurückzubekommen. Im Juni 2020 wurde der Brunnen, mit einer neuen Wasserauffangschale aus Beton, Bodenstrahlern und einer Bauchbinde aus Stahl, wieder auf dem Innenhof der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) an der Spiekerstraße errichtet.

Das feierten Mitglieder der Handwerkskammer am Mittwoch, dem 26. August 2020. Gleichzeitig begingen sie das 120. Jubiläum der Frankfurter Kammer, und holten ihr wegen Corona abgesagtes Sommerfest im kleinen Kreis nach. Neben Handwerkern und Journalisten erschienen weitere Gäste, darunter die Präsidentin der Europa-Universität Viadrina Prof. Dr. Julia von Blumenthal, der Landrat von Oder-Spree Rolf Lindemann (SPD), Frankfurts Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Claus Junghanns (CDU), der Chef der Arbeitsagentur Jochem Freyer und Peter Fürstenberg, Enkel des berühmten Steinmetzes und Bildhauers Georg Fürstenberg.

Für die musikalische Begleitung der Einweihungszeremonie sorgte der Handwerkermännerchor Bad Freienwalde. Die Präsidentin des Brandenburger Chorverbands Sabine Hellwig übernahm die Moderation. An die Geschichte der ältesten Handwerkskammer im Land Brandenburg erinnerte Kammerpräsident Wolf-Harald Krüger in seinem Redebeitrag. Die Frankfurter Handwerkskammer hielt am 10. April 1900 ihre erste konstituierende Sitzung ab. Sie erlebte Monarchie und Republik, nationalsozialistische und kommunistische Diktatur. Krüger erzählte von den politischen Zumutungen unter dem SED-Regime, als Handwerksbetriebe benachteiligt oder enteignet wurden. Heute leide das deutsche Handwerk vor allem unter Geringschätzung. Es werde gegenüber dem Studium als minderwertig angesehen, beklagt Krüger. Er wünscht sich wieder mehr Anerkennung für handwerkliche Berufe.

Nach den Redebeiträgen wurde der Springbrunnen eingeschaltet und von Frank Schürer-Behrmann, Superintendent der evangelischen Kirchen von Frankfurt (Oder), Märkisch-Oderland und Oder-Spree gesegnet. Eine kurze Predigt des Superintendenten setzte sich mit der Bedeutung von Wasser und Brunnen in der Bibel und in der heutigen Zeit auseinander. Dann ließen Anwesende zur Feier des Jubiläums 120 Gasballons gleichzeitig in den Himmel steigen. Mit Musik, Gesprächen und einem Buffet klang der Abend aus.

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