Weiterer Schweinezaun errichtet

Nach dem positiven Test eines gefundenen und eines erschossenen Wildschweins zäunten der städtische Bauhof und das Technische Hilfswerk das betroffene Gebiet ein.

Weiterer Schweinezaun errichtet

In Frankfurt (Oder) gibt es bisher zwei bekannte Fälle der Afrikanischen Schweinepest. Das erste infizierte Wildschwein wurde am 28. Februar 2021 tot auf den nördlichen Oderwiesen gefunden. Bei darauffolgenden Fallwildsuchen im Fundgebiet entdeckten Drohnen mehrere lebende Wildschweine im angrenzenden Schilfgürtel. Um eine Ausbreitung der Tiere in das Stadtgebiet zu verhindern, wurde am Wochenende vom 6. zum 7. März 2021 ein mobiler Elektrozaun um den Schilfgürtel aufgestellt. Bei den Bauarbeiten erschoss ein Jäger ein Wildschwein, das den Schilfgürtel verließ. Am 10. März 2021 bestätigte das Friedrich-Löffler-Institut auch dieses Schwein als infiziert.

Aufgrund der beiden Befunde gilt ganz Frankfurt (Oder) erneut als gefährdetes Gebiet. Deshalb errichteten Mitarbeiter des städtischen Bauhofs und des Technischen Hilfswerks am Dienstag, dem 16. März 2021 einen knapp drei Kilometer langen Bauzaun um den Fundort. Frankfurts erster Beigeordneter und Bürgermeister Claus Junghanns (CDU), der Amtsleiter für Tief-, Straßenbau und Grünflächen Frank Herrmann und Amtstierärztin Claudia Schütte koordinierten die Bauarbeiten vor Ort. „Wir haben das Ende letzten Jahres gehabt“, sagte Claus Junghanns zu Oderland.news. „Da waren wir schon mal gefährdetes Gebiet, und sind dann zur Pufferzone erklärt worden. Es gab damals einfach kein Infektionsgeschehen in der Nähe von Frankfurt (Oder).“

Das Sperrgebiet liegt östlich der Lebuser Chaussee, zwischen der Brauerei und der Milchzapfstelle. Schon seit einiger Zeit versperrt ein fester Zaun entlang der deutsch-polnischen Grenze den Zugang zur Oder. Offiziell soll er die Einschleppung der Schweinepest aus dem Nachbarland verhindern, wurde aber erst nach den ersten Fällen in Brandenburg errichtet. Dieser Grenzzaun stört Spaziergänger, Angler und Befürworter der europäischen Einheit, und wird regelmäßig beschädigt. „Wir machen das ja nicht, um Leute von ihrem Spaziergang abzuhalten, sondern um die Schweinepest einzudämmen.“ so Junghanns. Der Beigeordnete verwahrt sich gegen den Begriff „Grenzzaun“, versteht aber die Bedenken der Anwohnerinnen und Anwohner. „Dass das mit großen Entbehrungen verbunden ist, das ist absolut klar.“ Amtstierärztin Claudia Schütte bittet alle, die Tore und Türen im Zaun nach der Nutzung wieder zu schließen.

Die Zahl der bestätigten Schweinepest-Fälle im Land Brandenburg beträgt laut derzeitigem Stand 751. Im Landkreis Oder-Spree testeten 460 gefundene oder getötete Wildschweine positiv, im Landkreis Märkisch-Oderland 221, im Landkreis Spree-Neiße 59 und im Landkreis Dahme-Spreewald neun. Die Afrikanische Schweinepest verläuft für ihre ursprünglichen Wirtstiere, das afrikanische Buschschwein und das Warzenschwein, relativ harmlos, endet aber bei europäischen Wild- und Hausschweinen oft tödlich. Sie gelangte durch die Kolonialisierung Afrikas und spätere internationale Nutztiertransporte in die Europäische Union. Menschen und andere Tiere können sich mit diesem Virus nicht anstecken.

„Gerade die Funde entlang von Oder und Neiße zeigen, wie stark der Seuchendruck aus Polen nach wie vor ist“, findet Brandenburgs Staatssekretärin Anna Heyer-Stuffer (Bündnis 90/Grüne), die den Schweinepest-Krisenstab der Landesregierung leitet. „In allen Fällen starten wir sofort mit einer intensiven Fallwildsuche um die Fundstellen, um die eventuelle Ausbreitung festzustellen. Dabei kommen neben ortsansässigen Jägern und dem Landesbetrieb Forst auch Fallwildsuchhunde, Drohnen sowie der Polizeihubschrauber des Landes zum Einsatz. Im Landkreis Märkisch Oderland werden die Restriktionszonen angepasst: der Fundort wird sofort mit einem Elektrozaun umzäunt, der umgehend durch einen festen Zaun ersetzt wird.“

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